111.1
Liechtensteinisches Landesgesetzblatt
Jahrgang 1902 Nr. 2 ausgegeben am 29. Dezember 1902
Gesetz
vom 10. Dezember 1902
womit ein Nachtrag zu dem Gesetze vom 14. März 1895 betreffend die hausgesetzlichen Bestimmungen über die Eheschliessungen der Fürsten und Prinzen des Fürstlichen Hauses erlassen wird
Wir Johann II. von Gottes Gnaden souveräner Fürst und Regierer des Hauses von und zu Liechtenstein etc. etc. etc. haben mit Rücksicht darauf, dass die Verhältnisse in dem Kaiserstaate Österreich eine gesetzliche Anerkennung der mit Gesetz vom 14. März 1895 für das Fürstentum Liechtenstein für verbindlich erklärten hausgesetzlichen Bestimmungen über die Eheschliessungen der Fürsten und Prinzen des fürstlichen Hauses derzeit nicht in sichere Aussicht nehmen lassen und zur Vermeidung jeder Gefahr einer Disparität zwischen der Succession in das Fürstentum Liechtenstein und jener in das in Österreich befindliche Primogenitur-Fideicommiss Nachstehendes verordnet:
Das Gesetz vom 14. März 1895 betreffend die hausgesetzlichen Bestimmungen über die Eheschliessungen der Fürsten und Prinzen des fürstlichen Hauses, wird hiemit bis zu dem Zeitpunkte ausser Kraft und Wirksamkeit für das Fürstentum Liechtenstein gesetzt, in welchem dasselbe im österreichischen Kaiserstaate beziehungsweise für die im Reichsrate vertretenen Königreiche und Länder des österreichischen Kaiserstaates gesetzliche Anerkennung und Geltung erlangt haben wird.
Meran, den 10. Dezember 1902
gez. Johann m.p.

gez. Karl von In der Maur m.p.

Fürstlicher Kabinettsrat