640.0
Liechtensteinisches Landesgesetzblatt
Jahrgang 1974 Nr. 10 ausgegeben am 15. Februar 1974
Gesetz
vom 13. Dezember 1973
betreffend die Abänderung des Steuergesetzes
Dem nachstehenden, vom Landtag gefassten Beschluss erteile Ich Meine Zustimmung:
I.
Nachstehende Bestimmungen des Steuergesetzes vom 30. Januar 1961, LGBl. 1961 Nr. 7, und in der Fassung des Gesetzes vom 22. Dezember 1969, LGBl. 1970 Nr. 5, werden wie folgt abgeändert und ergänzt:
Art. 36
Steuererklärung
Die Steuererklärung erstreckt sich auf Vermögen und Erwerb und ist vom Steuerpflichtigen alljährlich auf den von der Steuerverwaltung nicht vor dem 31. März anzusetzenden Termin auf amtlichem Formular anzugeben. Wegziehende Steuerpflichtige haben die Steuererklärung spätestens sechs Tage vor ihrem Wegzug abzugeben. Die Steuerverwaltung kann einzelnen Steuerpflichtigen auf begründetes schriftliches Gesuch die Eingabefrist bis zu fünf Monaten verlängern. Voraussetzung für eine Fristerstreckung von mehr als einem Monat ist die Vorauszahlung von 80 % der Vorjahressteuer.
Art. 42bis
Haushaltabzug für erwerbslose Personen
Vom Reinvermögen eines nach Art. 31 Abs. 1 Bst. a Steuerpflichtigen dürfen 30 000 Franken abgezogen werden, sofern der Steuerpflichtige einen Haushalt führt und keinen der Erwerbssteuer unterstehenden Erwerb erzielt hat;
Art. 46 Bst. i
i) der Erwerb von Schülern, Lehrlingen und Studenten, sofern er den Betrag von 4 000 Franken nicht übersteigt;
Art. 47 Abs. 1 Bst. d dritter Unterabsatz
40 %, wenn es sich um Renten der Alters- und Hinterlassenenversicherung handelt;
Art. 47 Abs. 2 Bst. a
a) ein Betrag von 2 000 Franken für Steuerpflichtige ohne eigenen Haushalt und 4 000 Franken für Steuerpflichtige, die einen eigenen Haushalt führen;
Art. 47 Abs. 2 Bst. b
b) für jedes nicht erwerbstätige Kind unter 16 Jahren und für jedes Kind über 16 Jahren, das eine Schule besucht, sich in einer Berufslehre befindet oder erwerbsunfähig ist, sofern der Steuerpflichtige für den Unterhalt des Kindes aufkommt, einen Betrag von 1 200 Franken;
Art. 47 Abs. 2 Bst. e
e) die Prämien und Beiträge an Pensionskassen, Lebensversicherungen, Unfall-, Nichtbetriebsunfall- und Krankenversicherungen, für sich selbst, die Ehefrau und die Kinder, für die gemäss Bst. b ein Abzug gewährt worden ist, sowie für die im gleichen Haushalte lebenden nicht selbständig steuerpflichtigen Familienmitglieder, höchstens jedoch 15 % des steuerbaren Erwerbes und nicht mehr als 800 Franken pro Person.
Art. 47 Abs. 2 Bst. f
f) die Ausbildungskosten für Kinder, deren Eltern im Lande Wohnsitz haben, ausser den Kosten der Volks- und Realschulen, bis zu einer Höhe von 6 000 Franken pro Kind jährlich. Nicht abzugsfähig sind Ausbildungskosten für Kinder, die dauernd erwerbstätig sind. Vom Gesamtbetrag der Ausbildungskosten sind die von öffentlichen und privaten Institutionen gewährten Stipendien abzuziehen. Die Ausbildungskosten sind nachzuweisen;
Art. 54
Zuschläge
1) Übersteigt die Summe beider Steuerbetreffnisse den Betrag von 204 Franken, so wird sie durch einen Zuschlag erhöht. Der Zuschlag wird nach der folgenden Skala errechnet:
2) Wenn sich ein Steuerbetrag ergibt von so ist auf den Steuerbetrag ein Zuschlag zu entrichten von
über Fr. 204.- bis einschliesslich Fr. 214.- 5 %
über Fr. 214.- bis einschliesslich Fr. 225.- 10 %
über Fr. 225.- bis einschliesslich Fr. 236.- 15 %
über Fr. 236.- bis einschliesslich Fr. 248.- 20 %
über Fr. 248.- bis einschliesslich Fr. 260.- 25 %
über Fr. 260.- bis einschliesslich Fr. 273.- 30 %
über Fr. 273.- bis einschliesslich Fr. 287.- 35 %
über Fr. 287.- bis einschliesslich Fr. 301.- 40 %
über Fr. 301.- bis einschliesslich Fr. 316.- 45 %
über Fr. 316.- bis einschliesslich Fr. 332.- 50 %
über Fr. 332.- bis einschliesslich Fr. 349.- 55 %
über Fr. 349.- bis einschliesslich Fr. 366.- 60 %
über Fr. 366.- bis einschliesslich Fr. 384.- 65 %
über Fr. 384.- bis einschliesslich Fr. 403.- 70 %
über Fr. 403.- bis einschliesslich Fr. 423.- 75 %
über Fr. 423.- bis einschliesslich Fr. 444.- 80 %
über Fr. 444.- bis einschliesslich Fr. 466.- 85 %
über Fr. 466.- bis einschliesslich Fr. 489.- 90 %
über Fr. 489.- bis einschliesslich Fr. 513.- 95 %
über Fr. 513.- bis einschliesslich Fr. 539.- 100 %
über Fr. 539.- bis einschliesslich Fr. 566.- 105 %
über Fr. 566.- bis einschliesslich Fr. 594.- 110 %
über Fr. 594.- bis einschliesslich Fr. 624.- 115 %
über Fr. 624.- bis einschliesslich Fr. 655.- 120 %
über Fr. 655.- bis einschliesslich Fr. 688.- 125 %
über Fr. 688.- bis einschliesslich Fr. 722.- 130 %
über Fr. 722.- bis einschliesslich Fr. 758.- 135 %
über Fr. 758.- bis einschliesslich Fr. 796.- 140 %
über Fr. 796.- bis einschliesslich Fr. 836.- 145 %
über Fr. 836.- bis einschliesslich Fr. 878.- 150 %
über Fr. 878.- bis einschliesslich Fr. 913.- 155 %
über Fr. 913.- bis einschliesslich Fr. 950.- 160 %
über Fr. 950.- bis einschliesslich Fr. 988.- 165 %
über Fr. 988.- bis einschliesslich Fr. 1 028.- 170 %
über Fr. 1 028.- bis einschliesslich Fr. 1 069.- 175 %
über Fr. 1 069.- bis einschliesslich Fr. 1 112.- 180 %
über Fr. 1 112.- bis einschliesslich Fr. 1 156.- 185 %
über Fr. 1 156.- bis einschliesslich Fr. 1 202.- 190 %
über Fr. 1 202.- bis einschliesslich Fr. 1 250.- 195 %
über Fr. 1 250.- bis einschliesslich Fr. 1 300.- 200 %
über Fr. 1 300.- bis einschliesslich Fr. 1 352.- 205 %
über Fr. 1 352.- bis einschliesslich Fr. 1 406.- 210 %
über Fr. 1 406.- bis einschliesslich Fr. 1 462.- 215 %
über Fr. 1 462.- bis einschliesslich Fr. 1 520.- 220 %
über Fr. 1 520.- bis einschliesslich Fr. 1 581.- 225 %
über Fr. 1 581.- bis einschliesslich Fr. 1 644.- 230 %
über Fr. 1 644.- bis einschliesslich Fr. 1 710.- 235 %
über Fr. 1 710.- bis einschliesslich Fr. 1 778.- 240 %
über Fr. 1 778.- bis einschliesslich Fr. 1 831.- 245 %
über Fr. 1 831.- bis einschliesslich Fr. 1 886.- 250 %
über Fr. 1 886.- bis einschliesslich Fr. 1 943.- 255 %
über Fr. 1 943.- bis einschliesslich Fr. 2 001.- 260 %
über Fr. 2 001.- bis einschliesslich Fr. 2 061.- 265 %
über Fr. 2 061.- bis einschliesslich Fr. 2 123.- 270 %
über Fr. 2 123.- bis einschliesslich Fr. 2 187.- 275 %
über Fr. 2 187.- bis einschliesslich Fr. 2 253.- 280 %
über Fr. 2 253.- bis einschliesslich Fr. 2 320.- 285 %
über Fr. 2 320.- bis einschliesslich Fr. 2 390.- 290 %
über Fr. 2 390.- bis einschliesslich Fr. 2 462.- 295 %
über Fr. 2 462.- bis einschliesslich Fr. 2 536.- 300 %
über Fr. 2 536.- bis einschliesslich Fr. 2 612.- 305 %
über Fr. 2 612.- bis einschliesslich Fr. 2 690.- 310 %
über Fr. 2 690.- bis einschliesslich Fr. 2 771.- 315 %
über Fr. 2 771.- bis einschliesslich Fr. 2 854.- 320 %
über Fr. 2 854.- 325 %
Art. 83 Abs. 1 letzter Satz
Die Kapitalsteuer beträgt ein Promille, mindestens jedoch 1 000 Franken jährlich.
Art. 84 Abs. 4
4) Die Sitzunternehmen bezahlen, ohne Einrechnung einer eventuell auf das inländische Grundeigentum zu leistende Vermögenssteuer, mindestens 1 000 Franken jährlich.
Art. 127 Abs. 1
1) Von den besonderen Gesellschaftssteuern, die bei Holdinggesellschaften oder Sitzunternehmen erhoben werden, erhalten die Gemeinden - nach vorheriger Ausscheidung der aus der Erhöhung der Mindeststeuer von 600 Franken auf 1 000 Franken resultierenden Einnahmen - zu gleichen Teilen zehn Prozent.
II.
1) Dieses Gesetz wird als nicht dringlich erklärt und tritt unter Berücksichtigung der folgenden Absätze am 1. Januar 1974 in Kraft.
2) Bei der Erhebung und dem Bezug der Vermögens- und Erwerbssteuer finden die Bestimmungen dieses Gesetzes erstmals im Jahre 1974 für die das Jahr 1973 betreffende Vermögens- und Erwerbssteuer Anwendung.
3) Die Erhöhung der Mindeststeuer (Art. 83 Abs. 1 letzter Satz und Art. 84 Abs. 4) wirkt nicht für das laufende Steuerjahr der einzelnen Holdinggesellschaften und Sitzunternehmen.
4) Die vor Inkrafttreten dieses Gesetzes getroffenen abgabeverbindlichen Abmachungen werden von der Erhöhung der Mindeststeuerbeträge (Art. 83 Abs. 1 letzter Satz und Art. 84 Abs. 4) nicht berührt.
gez. Franz Josef

gez. Dr. Alfred Hilbe

Fürstlicher Regierungschef