411.421
Liechtensteinisches Landesgesetzblatt
Jahrgang 2012 Nr. 215 ausgegeben am 6. Juli 2012
Verordnung
vom 19. Juni 2012
betreffend die Abänderung der Verordnung über den Lehrplan für den Kindergarten, die Primar- und Sekundarschulen
Aufgrund von Art. 8, 51d Abs. 4, Art. 57 Abs. 2 und Art. 102 Abs. 2 des Schulgesetzes (SchulG) vom 15. Dezember 1971, LGBl. 1972 Nr. 7, in der Fassung des Gesetzes vom 20. Oktober 2011, LGBl. 2011 Nr. 553, verordnet die Regierung:
I.
Abänderung bisherigen Rechts
Die Verordnung vom 23. März 1999 über den Lehrplan für den Kindergarten, die Primar- und Sekundarschulen, LGBl. 1999 Nr. 82, in der geltenden Fassung, wird wie folgt abgeändert:
Art. 6c
Realschule mit Sportklassen
1) Bei Sportklassen an Realschulen darf von den Lektionentafeln gemäss Anhang wie folgt abgewichen werden:
a) der Pflicht- und Wahlpflichtunterricht darf im Fachbereich Gestalten, Musik und Sport sowie in Teilbereichen ohne Promotionsnoten um maximal 7 Lektionen reduziert werden;
b) aus schulorganisatorischen Gründen können einzelne Teilbereiche von der einen auf die andere Schulstufe verschoben werden.
Art. 9a
Begabtenförderung
1) Ergibt sich aus der Beurteilung (Art. 8) die Notwendigkeit einer Begabtenförderung, können entsprechende Massnahmen durchgeführt werden.
2) Das Schulamt legt im Rahmen des Voranschlags die Bedingungen für solche Massnahmen fest.
Art. 9b
Fördermassnahmen bei Sportklassen an Realschulen
1) Ergibt sich aus der Zuteilung der Schüler zu den verschiedenen Schularten der Sekundarstufe I die Notwendigkeit einer schulartenspezifischen Förderung, können entsprechende Massnahmen durchgeführt werden.
2) Das Schulamt legt im Rahmen des Voranschlags die Rahmenbedingungen für solche Massnahmen fest.
Art. 9c
Massnahmen zur Förderung des Übertritts in die Oberstufe des Gymnasiums
1) Die Anforderungen für einen Übertritt in die Oberstufe des Gymnasiums müssen für alle in die Oberstufe des Gymnasiums übertretenden Schüler gleich hoch sein (Art. 57 Abs. 2 SchulG).
2) Zur Sicherstellung des Zwecks nach Abs. 1 werden an der Realschule und auf der Unterstufe des Gymnasiums nach Vorgabe des Schulamtes:
a) geeignete Hilfsmittel eingesetzt; und
b) standardisierte Vergleichsprüfungen durchgeführt.
3) Ergibt die Auswertung der Massnahmen nach Abs. 2, dass die Zielsetzung nach Abs. 1 nicht oder nicht vollständig erreicht wird, so sorgt das Schulamt im Rahmen seiner gesetzlichen Befugnisse für Abhilfe.
II.
Inkrafttreten
Diese Verordnung tritt am 1. August 2012 in Kraft.

Fürstliche Regierung:

gez. Dr. Klaus Tschütscher

Fürstlicher Regierungschef